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Bezugsquellen, Literatur

Vorbemerkung

In diesem Abschnitt berichte ich von meinen Erfahrungen mit Lieferanten und gebe Hinweise zur Literatur. Ich gebe ausdrücklich meine persönliche Erfahrung wieder und drücke keine allgemeingültigen Wertungen aus. Ich möchte damit besonders die Lieferanten unterstützen, die einen hervorragenden Service bieten: Viele antworten geduldig via ePost oder opfern ihre Zeit am Telefon, auch wenn noch kein Cent geflossen ist. Da man bei einem Bootsbau das Wenigste vor Ort kaufen wird, ist aber gerade dieser wenn auch ferne, so doch verbindliche Kontakt  absolut hilfreich. So kann man ein solches Projekt ohne große Sorgen in Angriff nehmen!

Bauplan

Die Pläne stammen von www.dixdesign.com. Dixdesign wird in Deutschland durch die Firma Metz Boats vertreten. Eine Bestellung von Plänen richtet man also am besten gleich an Metz Boats. Herr Metz ist außerordentlich kooperativ und antwortet via ePost schnell und sehr kompetent auf alle Fragen, die den Bau oder eventuelle Änderungen an den Plänen betreffen. Auch wenn man für den Plansatz ein paar Hundert Euro bezahlen wird, ist dieses Geld in jedem Fall sinnvoll angelegt, weil vermutlich jeder früher oder später in die Lage gerät, dass er einen wirklich kompetenten Rat braucht, bei dem vielleicht auch die Berechnung durch einen Ingenieur sinnvoll ist. Im Übrigen halte man sich vor Augen, dass auch ein erfahrener Konstrukteur mehrere Hundert Stunden in die Entwicklung eines Planes steckt, und diese Zeit verlangt ihren Lohn.
Bei mir sind beispielsweise zahlreiche Änderungen an den Plänen nötig, weil ich keine fertigen Sperrholzplatten verwende, sondern Furniere über Längsstringer diagonal verleime. Obwohl ich seit vielen Jahren aufwändigere Projekte mit Holz bearbeitet habe und viel mit der Reparatur von Holzbooten zu tun hatte, konnte ich schon sehr von der Beratung durch Metz Boats profitieren - die Beratung ist optimal!

Hölzer

Stamm- oder Paketware  (also das, was man landläufig unter "Bohlen" versteht)kauft man am besten vor Ort, weil man die Hölzer dort selbst in Augenschein nehmen kann. Stammware sind Hölzer, die als kompletter, aufgesägter Stamm verkauft werden. Das Volumen des Stamms ist in der Regel bereits vermessen und  entsprechend angegeben. Paketware dagegen bezeichnet ein Angebot, bei dem sich der Käufer aus einem Stapel dasjenige heraussucht, was er kaufen möchte. Dann wird jede Bohle einzeln vermessen. Neben der Länge wird die Breite der Bohle bestimmt. Dies tut man etwa  auf halber Länge der Bohle, und zwar auf derjenigen Seite, auf der die Bohle schmaler ist (das ist also die Seite, die näher an der Außenseite des Stamms liegt). Das Splintholz muss von der Breite abgezogen werden. Ebenso wird der Kern des Stamms abgezogen, wenn er  deutlich schadhaft sein sollte. Das Splintholz, bei Eichenholz an der deutlich helleren Färbung zu erkennen, ist der Teil des Stamms, der die Säfte transportiert. Es ist weicher und leichter und wird von Schädlingen bevorzugt angegegriffen, weil sie die Säfte lieben. Splintholz darf also auf keinen Fall verbaut werden, wenn ein dauerhaftes Boot entstehen soll.
Es ist also durchaus sinnvoll, selbst die Hölzer anzusehen, bevor man kauft. Vor Ort wird es günstiger sein als entfernt, grundsätzlich sollte man aber nicht das Hauptaugenmerk auf die Vermeidung von Frachtkosten legen. Frachtkosten sind gering im Vergleich zum Wert guter Ware, vor allem aber im Vergleich zum zusätzlichen Zeitaufwand, den man aufbringen muss, wenn man schlechtes Holz gekauft hat. Wer bei sich vor Ort keine überzeugende Ware findet, sollte sich ruhig im ICE durchs Land schaukeln lassen und vielleicht speziell Lieferanten aufsuchen, von denen auch namhafte Werften beliefert werden. Im Übrigen rate ich zu dem Vorgehen, das unter Vorbereitung beschrieben ist.
Furniere können in der Regel nicht vor Ort gekauft werden. Sie werden von Tischlereien oder Zimmereien nicht in den Mengen benötigt, die für einen Bootsbau notwendig sind, und daher wird man kaum das entsprechende Angebot finden. Man kann Furniere zwar auch selbst schneiden, aber der Preisvorteil ist nicht hoch: Ein Kreissägeblatt hat eine Dicke von gut 3mm, und das ist etwa auch die Dicke der Furniere. Wenn man selbst schneidet, geht also die Hälfte des Holzes  in den Spänesack. Messerfurniere dagegen werden nicht gesägt, sondern mit einem riesigen Messer geschnitten, ohne dass Sägemehl entsteht. Die Materialausbeute ist sehr viel höher, und daher ist der Preis oft niedriger, als wenn man selbst die Furniere sägt.
 Ich habe meine Bestellung an die Firma Metz Furniere gerichtet. Dort war man bereit, mir bestimmte Pakete mit stehenden Jahresringen auszusuchen, außerdem habe ich Fotos der Ware gesandt bekommen, und der Preis ist nach meinen Recherchen absolut konkurrenzfähig. Die telefonische Beratung war zudem tadellos, sodass ich sehr zufrieden bin.

Epoxidharz

Expoxidharz ist  - kurz gesagt - ein Material mit unglaublich guten Eigenschaften. Das Material ist nicht billig und muss mit großer Sorgfalt verarbeitet werden. Dafür erhält man optimale Ergebnisse. West-System wird als das Original angesehen, und in der Tat habe ich mit diesem Material sehr gute Erfahrungen gemacht. Viele Bootsausstatter bieten das Material an. Das Buch der Gougeon-Brüder (siehe unten) beschreibt detailliert die Arbeitsweise mit Epoxid. Nach meiner Erfahrung muss es aber nicht West-System sein: Bootsservice Behnke bietet ein Alternativprodukt, von dem ich ebenfalls bisher absolut gute Erfahrungen berichten kann. Herr Behnke ist außerdem sehr hilfsbereit, berät ausführlich und kompetent und antwortet schnell auf Anfragen per ePost, sodass die Arbeit einfach Spaß macht.

Literatur

Man kann vieles über Bootsbau lesen. Davon ist sehr vieles museal (auch sehr schön zum Schmökern, bringt aber nicht viel, wenn man ein mordernes Boot bauen möchte), sehr vieles ist aber auch einfach amateurhaft. Wer ein Boot baut, will es wissen - daher liste ich hier nur die Bücher auf, von denen ich wirklich für die Planung und Durchführung dieses Bootsbaus profitiert habe:

  • Gougeon Brothers - Moderner Holzbootsbau (ISBN 3926308001) Hier werden alle Details eines modernen Holzbootsbaus mit einer Detailliertheit beschrieben, die nach meiner Kenntnis ihresgleich vergleblich sucht. Während der Arbeit liest man das Buch dann in Teilen ein weiteres Mal, aber ich rate dringend, sich ein paar Abende mit dem Buch Zeit zu nehmen, bevor man die Säge ansetzt. Das Buch ist ein Fachbuch - im Gegensatz zu vielen anderem über Bootsbau, womit der Markt überschwemmt wird.
  • H. D. Scharping: Konstruktion und Bau von Yachten (ISBN 3768807819) Das Buch ist momentan vergriffen, eine Neuauflage ist aber angekündigt. Wenn man Glück hat, erhält man es im Antiquariat oder einer Auktion im Datennetz. Das Buch geht auf zahlreiche Aspekte der Yachtkonstruktion ein, gibt Berechnungsgrundlagen und stellt grundsätzliche Bauprinzipien vor. Auch wenn man den Entwurf der Yacht nicht selbst vornimmt, werden durch die Lektüre viele Zusammenhänge klarer. Das ist besonders dann von Bedeutung, wenn man Änderungen an den Plänen vornimmt. Das Buch setzt allerdings Grundkenntnisse in mechanischen und arithmetischen Zusammenhängen voraus, wenn man die Details verfolgen möchte. Anderenfalls wird man einige Abschnitte überspringen.